Veröffentlicht am Mi., 11. Okt. 2017 08:36 Uhr

Sie ist mal gerade ein Jahr älter als die Stadt Bergkamen, die Bosch-Raupach Orgel in der Auferstehungskirche in Weddinghofen. Doch die Alterungsspuren sind auch an ihr nicht vorübergegangen. Und so hat die Friedenskirchengemeinde bereits beschlossen, das edle Kircheninstrument durch diverse Reparaturen, gründliche Reinigung und Schimmelprophylaxe einer nachhaltigen Verjüngungskur zu unterziehen.

„Das ist doch eine gute Gelegenheit, um die Orgel zugleich auch bei den Orgelpfeifen im Manual- und Pedalbereich klanglich zu erweitern“, dachte sich Kantor Dr. Christian Tacke, denn seinem fachmännischen Ohr ist natürlich nicht entgangen, dass es auch in diesem Bereich so einige Verbesserungen geben könnte.

So könnte man das Register Sesquialter 2f teilen und hätte dann mit Quinte und Terz gleich zwei Stimmen mehr, meint Tacke. Bei den Pedalen sollte das Register „Nachthorn“ besser durch die „Posaune“ ersetzt werden. Und um den Gesang der Gemeinde klanglich besser begleiten zu können, wäre zudem ein ganz neues Principal-8-Register hinter dem Prospekt wünschenswert.

Dumm nur, dass die Gemeinde für die Klangerweiterung, die rund zwanzigtausend Euro kosten würde, kein Geld mehr hat. Und so hofft der Kantor auf die großzügige Spendenbereitschaft der Gemeindemitglieder. Um diese noch zu erhöhen, gab es am Samstagabend gleich das erste Benefizkonzert in der Auferstehungskirche – natürlich auf der altehrwürdigen Orgel mit der Opus-Nummer „400“, welche diese sogar als eine ganz besondere in dieser Reihe ausweist.

Als Verstärkung hatte Tacke den Kirchenmusiker Jörg Segtrop gewinnen können, einen ausgewiesen Experten auf der Barocktrompete. Von diesen Instrumenten hatte Sentrup sogar gleich drei Exemplare dabei, abhängig davon, welches Stück gerade vorgetragen wurde.

In einem humorvollen Kurzseminar erhielten die Konzertbesucher von ihm zugleich auch ein paar Informationen über die Blas-Instrumente, die an diesem Abend zum Einsatz kommen sollten. So hat die Barocktrompete gar keine Ventile, demonstrierte Sentrup. Mit der Konsequenz, dass die Trompete nur die Naturtonreihe spielen kann und die Barockkomponisten diesen Umstand auch berücksichtigen mußten.

Mit der barocken Piccolo-Trompete mit inzwischen vier Ventilen, erreichte Sentrup spielendleicht die höchsten Töne, während das Horn „Corno da Caccia“ eher bei den weichen und sanften Tönen Verwendung findet.

Für ihre reichhaltige Auswahl an Werken von einigen barocken Komponisten, wie Georg Philip Telemann, Giambattista Martini bis hin zu Georg Friedrich Händel mit der „Suite in D-Dur für Trompete und Orgel“, aber auch von Enrico Pasini und seiner modernen „Cantabile for You“, ernteten Tacke und Segtrop den verdienten langanhaltenden Applaus.

Klaus-Dieter Hoffmann / KDH / 07.10.2017

Kategorien Kirchenmusik