Veröffentlicht am Mo., 22. Okt. 2018 07:43 Uhr

Zu ihrer jährlichen Landesdelegiertenkonferenz trafen sich am Samstagmorgen die Delegierten der rund 80 nordrheinwestfälischen Ortsvereine des „Suchtselbsthilfeverbandes BKE“ im Martin-Luther-Haus in Weddinghofen. Neben den Wahlen des Schriftführers und des Schatzmeisters standen insbesondere die Berichte aus den einzelnen Abteilungen des Landesverbandes auf der Tagesordnung.

Für den reibungslosen Ablauf der Landesdelegiertenkonferenz sorgten in bewährter Weise wieder die Mitglieder des Bergkamener Ortsvereins, die ja auch viermal im Jahr für die Organisation des „Bergkamener Tages“ verantwortlich zeichnen, bei dem in der Friedenskirche regelmäßig die volle Bandbreite der Suchtkrankenhilfe behandelt wird. 

Seit fast 120 Jahren engagiert sich das BKE unter dem Dach der evangelischen Kirche und folgerichtig wurde auch diese Delegiertenkonferenz mit einer besinnlichen Andacht eröffnet. Pfarrer Christoph Mathies machte dabei deutlich, dass Gott jeden einzelnen Menschen gleichermaßen wertschätzt und niemand in seiner Not allein gelassen oder gar vergessen wird.

Bürgermeister Roland Schäfer betonte in seinem Grußwort die hohe Wertschätzung, die dem Bergkamener Ortsverein von Seiten der Stadt Bergkamen entgegengebracht wird. Mit seinen drei Gruppen bilde dieser seit nunmehr 35 Jahren in Bergkamen eine wichtige Säule in der Suchtselbsthilfe. 

Ralph Seiler vom Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe und dort verantwortlich für das Arbeitsfeld Suchthilfe und Aids, betonte ebenfalls, wie wichtig das bürgerschaftliche Engagement der Mitglieder des BKE und auch deren Unterstützung bei der Realisierung diverser Projekte, wie dem „Aktionsplan Sucht“ oder dem „Landespsychiatrieplan“, sei.

Bei den Berichten aus den einzelnen Gruppen präsentierte sich das BKE NRW ebenfalls in seiner Vielseitigkeit. So biete der Landesverband in seinem Bildungswerk Wochenendseminare und Tagesfortbildungen an, die die Kompetenzen der Helfenden vor Ort erweitern und damit die Suchtkrankenhilfe in den Regionen stärken.

Zudem werden in den Frauen- wie auch in den Männergruppen vor Ort gruppenspezifische Themen behandelt, zu denen auch immer wieder kompetente Referenten eingeladen würden. Ein Schwerpunkt bilde auch die Arbeit mit den Angehörigen, da diese ja auch immer besonders gefordert seien, wenn die Betroffenen zur Therapie in eine Klinik müssten und den familiären Rückhalt benötigen. Eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit trage zudem viel dazu bei, dass die Hemmschwellen bei den Betroffenen und ihren Angehörigen abgebaut würden.

„Als ein neues und besonders wichtiges Arbeitsfeld kommt immer mehr das Projekt JULITI ins Rollen“, berichtete Koordinator Fritz Pleger von der Ortsgruppe Bergkamen. „JULITI, was für Jugend im BKE steht, bildet zugleich eine Anlaufstelle für junge Menschen, die nicht unbedingt selbst Probleme mit der Sucht haben, aber in ihrem Umfeld die Sucht erleben und dort wirksam helfen wollen.“

JULITI biete Unterstützung in den neuen Lebenswelten, beim Umgang mit neuen Medien und auch beim Mobbing in den Schulen. Mit gezielten Informationen solle auch dazu beigetragen werden, dass die Generationen wieder in einer Sprache miteinander sprechen können.

 

Klaus-Dieter Hoffmann / KDH / 13.10.2018

 

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