Veröffentlicht am Mi., 27. Feb. 2019 10:32 Uhr

Eine besondere Abendandacht erlebten am Sonntagabend die Kirchgänger in der Auferstehungskirche in Weddinghofen. Dass dabei die beiden Kirchenchöre „Bodelswingers“ aus Bergkamen und „Mund-Harmoniker“ aus Heeren-Werve unter dem Dirigat von Josef Meinolf Opfermann einmal mehr zu einer harmonischen und wohlklingenden Einheit verschmolzen, war dabei nicht wirklich ungewöhnlich.

Denn das eigentliche Thema waren die Kirchenfenster in der Evangelischen Pfarrkirche von Heeren-Werve. Diese sind nämlich nicht nur schön bunt und zeigen viele biblische Motive. Vielmehr wird in den 18 kunstvoll verglasten Fenstern des denkmalgeschützten Gotteshauses auch das Leben und Wirken von Jesus Christus und seiner Mitstreiter dargestellt. Geschaffen wurden diese Kunstwerke 1953 von dem Künstler Paul Thol.

Auf Anregung des Heeren-Werver Ortsheimatpflegers Karl-Heinz Stoltefuß hat im letzten Jahr Kirchenmusiker Josef Meinolf Opfermann in einem gar nicht so einfachen Projekt diese Fenstermotive mit exakt 18 Liedern „vertont“. Die vielbeachtete Premiere dieses besonderen Oratoriums war im vergangenen Jahr natürlich in der Pfarrkirche von Heeren-Werve.

In Ermangelung dieser Fenster mußten natürlich bei der Abendandacht in der Auferstehungskirche die bunten Fotografien der Glasbilder an die Wand projiziert werden. In kurzen Beschreibungen wurden die Motive erläutert, bevor dann die Chorgemeinschaft das hierfür ausgewählte Lied vortrug. Da so manche Lieder im dem Evangelischen Gesangbuch stehen, konnten die Kirchenbesucher hin und wieder auch kräftig mitsingen.

Für alle 18 Fensterbilder aber das passende Lied zu finden, war nicht immer einfach, erzählte Projektleiter Josef Meinolf Opfermann den Zuhörern. Und nicht selten hatte der Chorleiter bei seiner akribischen Suche auch schon mal musikalische Kleinodien ausfindig gemacht.

So wurde zur ersten Station „Mariä Verkündigung“ das Lied „Maria, voll der Gnade“ in abgewandelter Form nach einer alten irischen Melodie vorgetragen. Für die Flucht aus Ägypten findet sich im Gesangbuch kein Lied und so fiel die Wahl auf das Lied „Mit Jesus auf dem Weg“, auch wenn darin Jesus nicht als Kind vorkommt 

Anders beim Motiv „Jesu Taufe im Jordan“, wo Martin Luther mit „Christ unser Herr zum Jordan kam“ exakt die Bibelstelle beschreibt. Zur Abendmahlszene hat sogar Pfarrer Johannes Doering aus Unna eigens das Lied „Jesus saß im Kreise seiner Jünger“ geschrieben.

In seinem Gedicht „Der Heiland“ beschreibt Hermann Hesse, was Jesus mit seinem Leben und Tod für die Christen bedeutet. Die Vertonung dessen wurde in diesem Zusammenhang sogar erstmals öffentlich gesungen. In einem kraftvoll gesungenen Kanon wiederholten Gemeinde und Chöre die Worte der Emmaus-Jünger „Herr bleibe bei uns“.

Richtig schwungvoll und fast wie ein Gospel dann das Lied „Den Himmel erden wir“, in dem die Auferstehung freudig beschrieben wird. Richtig kämpferisch, die ursprüngliche Fassung von „Ein‘ feste Burg ist unser Gott“, die heutzutage so nicht mehr gesungen wird.

Den Abschluss bildete das Lied „Sei behütet auf deinen Wegen“ mit den Worten aus dem Korintherbrief: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“.

 

Für die nächste Abendandacht, die am 24.3. in der Auferstehungskirche stattfindet, verspricht Kantor Dr. Christian Tacke ein weiteres „Highlight“. Dann gestaltet nämlich die Band der Friedenskirchengemeinde den musikalischen Abend.  

 

Klaus-Dieter Hoffmann / KDH / 24.02.2019

Kategorien Kirchenmusik