Veröffentlicht am Do., 31. Okt. 2019 12:12 Uhr

Das Wetter hätte nicht idealer sein können, als sich am Samstagmorgen die Mitglieder und Freunde vom Förderverein des Overberger Friedhofes auf dem selbigen einfanden, um ihn nun herbst- und winterfest zu machen. 

Zur Freude von Ute Dettmar, der Vorsitzenden des Fördervereins, hatten die meisten Angehörigen auch schon die Gräber ihrer Verstorbenen von dem vertrockneten Grabschmuck befreit, so dass sich die Helfer vom Förderverein sich nur noch auf die verborgenen Ecken des Friedhofes konzentrieren konnten, wo sich so einiges an Laub und losem Geäst ansammelt hatte.

Armin Clemens, Markus Krab, Alina Penzek und Klaus Schmucker hatten dieses Mal sogar eine ganz besondere „Mission“ zu erfüllen. Denn mitten auf dem Friedhof ragt eine alte knorrige Tanne auf ihrem üppigen Wurzelwerk mächtig nach oben. Und weil dort ein Beerdigen nicht mehr möglich ist, haben die vier tüchtigen Helfer vom Friedhofsgärtner Röttger die Baumscheibe nun kurzerhand mit Rhododendren und Heidekraut in eine kleine Heidelandschaft verwandelt.

Auf den Wegen war natürlich ebenfalls eine rege Betriebsamkeit festzustellen. Hier und da sauste immer mal wieder eine laubvolle Schubkarre in Richtung Komposthaufen. In der Friedhofskapelle hingegen waren die Helferinnen fleißig dabei, die Ecken dort gründlich vom Staub zu befreien.

„Über alle die Jahre hat sich die Beerdigungskultur schon drastisch verändert“, berichtet Ute Dettmar. Wo es früher nur Einzel- oder Doppelgräber gab, geht der Trend heute zum originellen Urnenfeld.“ Gleich vier große Urnenfelder gibt es inzwischen auf dem Overberger Friedhof. Und damit dies alles auch formvollendet gestaltet wird, kooperiert der Förderverein mit den Steinmetz-Fachbetrieben Kerak, Determann und Krüger. Sogenannte Ritualstelen erzählen beispielsweise ein wenig von den Verstorbenen und ihrem Leben.

Und wer noch mehr vom Overberger Friedhof und seinen Geheimnissen erfahren wollte, der konnte mit Helga Böinghoff, einem wandelnden Overberger Geschichtslexikon, einen interessanten Spaziergang durch die Gräberreihen unternehmen.

Doch nicht nur zu den noch existierenden Gräbern wusste die Zeitzeugin so einiges zu erzählen, sie hatte auch reichlich Kuriositäten aus längst vergangenen Zeiten parat. So ließ die Familie Kümperling nahe der Friedhofskapelle ein sogenanntes „Kellergrab“ anlegen, wo dann der Schützenkönig von 1845 und seine Frau, Friedhelm und Henriette Kümperling, über eine Treppe stilecht ins kühle Grab getragen wurden.

Aber auch so manche Gruselgeschichte hatte Helga Böinghoff auf Lager. So war einmal in der Nähe ein Bauernhof abgebrannt. Der Knecht wurde zu Unrecht der Tat beschuldigt und nahm sich dann das Leben. Und immer wieder, wenn nun die Nachfahren von dem Bauernhof am Friedhof vorbeigehen, würde die Hand des Knechts aus dem frischen Erdreich des Grabes gierig nach ihnen greifen.

Klaus-Dieter Hoffmann / KDH / 26.10.2019

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